Hoch aktuell – eine 173 Jahre alte Satire

Heines „Wintermärchen“ wird von Tino Eisbrenner am 22.12. in der Villa neu und vergnüglich interpretiert.

Der Sänger, Lyriker und Schauspieler Tino Eisbrenner interpretiert Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (bekanntermaßen ein satirisches Versepos von 1844) auf seine ganz eigene Art. Aber er unterstreicht den klassischen Text immer wieder mit Liedern, sowohl eigenen als auch geborgten, die auch zu Heines Zeiten hätten entstanden sein können. Eisbrenners romantische Lieder und Lieder des Aufbegehrens werden begleitet  von Heiner Frauendorf am Akkordeon.  Eisbrenner-Frauendorf_Foto_PR

Im Wechselspiel klassischer und moderner Lyrik verblüfft den Zuschauer unweigerlich die Aktualität von Heines beißender Satire, seinem Zorn und seiner Wehmut, die ihn bei der Betrachtung seiner deutschen Heimat befällt. Sind die Lieder hier von damals oder lebt Heinrich Heine noch und hat sein „Wintermärchen“ erst gestern geschrieben? Hat sich denn scheinbar in den großen Fragen und kleinen Gepflogenheiten gar nichts verändert in diesem Land?

Den äußeren Rahmen für das „Wintermärchen“ bildet eine Reise von Paris nach Hamburg, die Heinrich Heine im Winter 1843 unternahm, um nach 13 Jahren Exil noch einmal seine Mutter zu besuchen. Heine nannte sich selbst den letzten Fabelkönig der Romantik, rühmte sich aber auch seines Kampfes für die Ideen der bürgerlichen Freiheit, was ihm harte Zensur einbrachte und ihn ins Exil nach Frankreich zwang. Danach wurden seine Schriften in Deutschland verboten.

„Deutschland. Ein Wintermärchen“ – eine sinnliche, zeitgemäße, zeitlose, vergnügliche, mitreißende und politisch brisante Konzertlesung in zwei Akten, bei der Herz und Verstand auf ihre Kosten kommen. Eiffes Freunde können Eisbrenner und Frauendorf kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember ab 20 Uhr, in der Villa de Lujan in Leipzig-Meusdorf live genießen. Wer sich das entgehen lässt, ist selber schuld.